13. August 2014  |  Breaking NewsHeizung + Energie

Hydraulischer Abgleich – Energiekosten senken leicht gemacht

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Hydraulischer Abgleich – die Einregulierung von Heizsträngen und Heizkörpern – ist unverzichtbar für den optimalen Betrieb der Heizungsanlage.
Hier besteht großer Handlungsbedarf, da in Deutschland schätzungsweise mehr als 50% der Heizungsanlagen nicht richtig funktionieren. Gerade bei älteren Anlagen sind die einzelnen Komponenten häufig nicht optimal aufeinander abgestimmt.

Ein optimal einreguliertes Heizsystem ist für die effiziente Nutzung des Brennwerteffektes bei Öl oder Gas, wo durch möglichst niedrige Heizungsrücklauftemperaturen der im Rauchgas enthaltene Wasserdampf zum Kondensieren gebracht wird, unerlässlich. Auch beim Einsatz von Wärmepumpen, Solaranlagen und regenerative Energieträgern kann so die Vorlauftemperatur möglichst niedrig gehalten und die Energieeffizienz erhöht werden.

Die Wärmeabgabe über den Heizkörper wird im Wesentlichen durch den Durchfluss im Heizkörper beeinflusst. Das Heizungswasserfließt nach dem physikalischen Prinzip des geringsten Widerstandes durch das Rohrnetz.

Damit die einzelnen Heizkreise bzw. Heizkörper richtig und ausreichend mit Heizungswasser versorgt werden, müssen die Strömungswiderstände in den einzelnen Teilen der Anlage aufeinander abgestimmt werden. Nur wenn gleiche Widerstände im Netz erreicht sind, können sich alle Heizflächen gleich erwärmen.

In einem schlecht abgeglichenen System wird ein Heizkörper nicht warm genug, ein anderer kann die Wärme nicht abgeben – der Rücklauf ist heiß. Um die Unterversorgung einzelner Heizkörper zu kompensieren, muss die Heizungsanlage mit zu hohen Temperaturen betrieben werden.
In einem gut abgeglichenen Heizungssystem erhält jeder Heizkörper die Heizwassermenge. die seiner Leistung entspricht – der Rücklauf ist t und die erforderliche Vorlauftemperatur niedrig.

Das Heizungsrohrnetz heutiger Heizungsanlagen ist in der Regel ein Zweirohrnetz, d. h. jeder Heizkörper hat einen direkten Anschluss an den Heizungsvorlauf und den Heizungsrücklauf. So ergibt sich für jeden Heizkörper ein eigener kleiner Heizkreis mit der zugehörigen individuellen Leitungslänge und den jeweiligen Strömungswiderständen.

Der Hydraulische Abgleich ist bei neu installierten Anlagen mittlerweile Pflicht. Er kann aber auch nachträglich bei Altanlagen durchgeführt werden, wenn voreinstellbare Thermostatventile oder Strangregulierventile vorhanden sind.

Wichtig ist der Abgleich auch nach einer Sanierung, da sich z. B. durch die Isolierung und Dämmung der Gebäudehülle der Wärmebedarf ändert. Aus diesem Grund fordert die Kreditanstalt für Wiederaufbau den Nachweis des Hydraulischen Abgleichs vor einer Kreditvergabe für die Gebäudesanierung.

Die Grundlage für die Auslegung des Heizkörpers und des Hydraulischen Abgleichs ist die Berechnung des Heizwärmebedarfs.

Diese sollte unbedingt von einem Heizungsfachmann durchgeführt werden. Erführt auf der Basis von bekannten Systemdaten bzw. einer Heizlastberechnung eine Rohrnetzberechnung oder Armaturenauslegung durch. Aus der Berechnung ergibt sich der Wärmebedarf und die notwendigen Volumenströme im Verteilungsnetz.

Nach dessen Feststellung kann der entsprechende Heizkörper, die Rohrleitung (einschl. Berechnung des Druckverlustes) dimensioniert und die von der Pumpe zu fördernde Wassermenge bestimmt werden. Um nun in der Anlage die erforderlichen Strömungswiderstände herzustellen, müssen entweder die Heizkörperventile oder die Rücklaufverschraubungen drosselbar sein. In größeren Heizanlagen, wo von einem zentralen Verteiler aus mehrere separate Heizkreise versorgt werden, müssen diese ebenfalls untereinander mit Regelarmaturen abgeglichen werden.
Ist eine bestehende Anlage mit den entsprechenden Bau¬teilen wie z. B. voreinstellbaren Thermostatventilen, stromsparenden angepassten Heizungspumpen und Strangregulierventilen versehen und dann einreguliert worden, so kann die Vorlauftemperatur schrittweise soweit abgesenkt werden, bis die geforderten Temperaturen erreicht sind. Dies führt zu einer besseren Regelbarkeit der Raumtemperatur, geringeren Energieverlusten der Wärmeverteilleitungen und höherer Energieausnutzung der jeweiligen Wärmeerzeuger.

Der Hydraulische Abgleich kann jedoch nicht nur über Thermostatventile, sondern auch über regelbare Verteiler im Heizraum vorgenommen werden, die die vorhandenen Wassermengen und Wärmeströme mehrfach bei unterschiedlichen Temperaturanforderungen der einzelnen Heizkreise nutzen. Somit beginnt der Hydraulische Abgleich bereits im Heizraum. Eine weitere Möglichkeit des Hydraulischen Abgleichs ist die Einregulierung der einzelnen Heizkreise. Dies geschieht bei Heizkörpern, Fußboden-, Decken- und Wandheizungen über einen auf der Etage installierten Verteiler. Durch entsprechende Regelorgane können die Wasservolumenströme hier optisch sehr gut ablesbar miteinander abgeglichen werden.

Vorteile

- Durch den Hydraulischen Abgleich können die Energiekosten um bis zu 15 % gesenkt werden.
- Der Heizkomfort wird erhöht. Die gewünschte Temperatur ist besser regelbar.
- Über- bzw. Unterversorgung einzelner Heizkörper wird vermieden, die Wärme wird optimal verteilt und so größere Behaglichkeit erreicht.
- Die Maßnahme ist günstig, da nur wenige Bauteile nötig sind.
- Es herrschen geringer Wasserumlauf und minimale Widerstände im Netz.
- Lästige Strömungsgeräusche treten nicht mehr auf.
- Entsprechende Vorschriften, z. B. bei der Förderung von Modernisierungsmaßnahmen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau werden durch den Abgleich erfüllt.
- Durch die niedrigere Vor- und Rücklauftemperatur wird eine bessere Energieeffizienz des Wärmeerzeugers erreicht.

Bauliche Voraussetzungen

- Bei Heizkörpern müssen voreinstellbare Thermostatventile mit hoher Regelgenauigkeit vorhanden sein. Auch Etagen
- Bei Fußbodenheizungen sind voreinstellbare Fußbodenheizkreisverteiler unabdingbar.
- Hocheffiziente, elektronisch geregelte Heizungspumpen sind Voraussetzung für optimale Durchflusswassermengen.

Eignung

- Der Hydraulische Abgleich sollte grundsätzlich bei jeder Heizungsanlage durch den Heizungsfachmann vorgenommen werden.
- Zweirohrheizungen sind sehr gut für den Hydraulischen Abgleich geeignet.
- In Einrohranlagen sind die einzelnen Heizkörper hintereinander an eine Leitung gekoppelt, so dass sich jeder Eingriff im Strang sofort auf die folgenden Heizkörper auswirkt. Besteht die Anlage aus mehreren Strängen, so ist der Abgleich mit zentralen Regelarmaturen der Stränge sinnvoll.

Homepage: www.haustechnik-hart.de

Quelle: openPR

 
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