17. Juli 2014  |  Breaking NewsElektro

Hager präsentiert neue Schalterfunktionen

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Ralph Bertelt: „Wir holen Schalter aus ihrer Anonymität“

Schalter werden künftig weit mehr als nur Licht schalten können, sondern unseren Alltag mit vielen hilfreichen Funktionen erleichtern. Einige besonders interessante Einsatzmöglichkeiten präsentierte die Hager Group erstmals auf der Light + Building 2014. Ralph Bertelt, Senior Vice President Building Automation, über die verblüffende Vielseitigkeit von Lichtschaltern – und die DNA der Hager Group.

Herr Bertelt, mit Schaltern regelt man seit über hundert Jahren Licht, mitunter auch Raumtemperatur und Jalousien. Auf der Light + Building 2014 stellten Sie von der Handy-Ladestation bis zum Mini-TV ein gutes Dutzend neuer Funktionen für Schalter und Steckdosen vor. Warum?


Neue Schalterfunktionen: e-paper.

Weil wir über solch interessante Zusatzfunktionen den Schalter ein Stück weiter aus seiner Anonymität holen. Wie überzeugend das funktioniert, haben wir auf der letzten Light + Building gezeigt, wo wir für die Schalter der Generation R. unserer Marker Berker neue Rahmenoberflächen wie Mooreiche, Beton, Leder und sogar Kuh Fell vorgestellt haben. Bei den Fachbesuchern kamen diese neuartigen Schalter-Facetten so gut an, dass wir sechs dieser Materialien in unser Standard-Portfolio aufgenommen haben. Und mit neuen Schalterfunktionen nehmen wir jetzt einen wichtigen nächsten Schritt.

Wie sind Sie und Ihre Kollegen auf diese überraschenden Funktionalitäten gekommen?

Indem wir etwas für uns sehr Selbstverständliches getan haben: Wir haben uns in die Köpfe unserer Kunden versetzt. Aus dieser Perspektive haben wir uns dann gefragt, welche Funktionen unseren Kunden zu Hause, im Hotel oder Büro fehlen, was ihren Alltag stört und wie wir ihn erleichtern können. Auf diese Weise sind wir sehr schnell zu sehr vielen interessanten Ideen gekommen. Unser Projekt hieß übrigens „Crazy Functions“, weil wir ganz bewusst auch ungewöhnliche Ansätze erdenken und prüfen wollten. Was auf den ersten Blick verrückt erscheint, ist nicht selten auf den zweiten genau das Richtige.

Nennen Sie mal ein Beispiel.

Eine ganz großartige Idee ist unser Mini-TV, das man in Bad oder Küche ganz einfach in einer Unterputzdose platziert, um beim morgendlichen Zähneputzen oder Kaffeekochen das Frühstücksfernsehen genießen zu können. Unser integriertes Notlicht wiederum ist bei Stromausfällen zuverlässig und an gelerntem Standort immer zur Stelle. Oder nehmen Sie die neuartige Duftspender-Funktion: In vielen Räumen finden Sie ja heute Aromastäbchen oder Duftspender, die nicht unbedingt schön und häufig im Wege sind. Mit unserer neuen Duftspender-Funktion ließen sich Räume sympathisch bedurften, ohne überflüssige Accessoires herumstehen haben zu müssen.

Welche neue Funktion finden Sie persönlich am interessantesten?

Ich persönlich vergesse beim Reisen dummerweise immer wieder mein Handy-Ladegerät in Konferenz- oder Hotelräumen, und spätestens am Nachmittag ist dann der Akku leer. Für mich wäre daher die induktive Ladestation eine echte Erleichterung, an der ich mein Handy so einfach aufladen kann, wie ich es im Bad mit meiner elektrischen Zahnbürste tue. Und genau eine solche Technik stellten wir auf der L+B vor.

Diese Innovation klingt so überzeugend, dass man sich fragt, warum sie nicht längst jemand auf den Markt gebracht hat.

„Im Nachhinein“, hat der Kreativitätsguru Edward de Bono einmal gesagt, „ist jede neue Idee logisch. Stellt sich nur die Frage, warum es sie nicht schon 200 Jahre früher gab.“ Abgesehen davon ist die Technik für induktives Handy-Laden alles andere als trivial. Wir haben mit externen Partnern lange daran getüftelt und sind heute sehr stolz, eine wirklich ausgereifte Lösung zeigen zu können.

Apropos: Wie serienreif sind denn die neuen Funktionen, die die Hager Group auf der L+B 2014 präsentierte?

Wir zeigen grundsätzlich nur ausentwickelte Prototypen, die wir jederzeit in die Serienproduktion überführen können. Welche dies am Ende tatsächlich sein werden, hängt ganz entscheidend von den Messebesuchern ab, die wir am Messestand um ihr Votum fragen. Genauso freuen wir uns natürlich über Anregungen für weitere neue Funktionen. Kunden sind für uns nicht nur Abnehmer, sondern auch wichtige Inspiratoren und Mit-Entwickler von Innovationen – gerade beim Alltagsprodukt Lichtschalter.

Dabei haben viele das Gefühl, dass der Schalter bei der Haussteuerung immer mehr vom Smartphone abgelöst wird.

Es mag gut sein, dass das Smartphone künftig zur Mutter aller Fernbedienungen reift. Ich glaube aber nicht, dass man die Steuerung zentraler Gebäudefunktionen wie Sicherheit oder Energieversorgung einer Fernbedienung überlassen wird. Für die unterschiedlichen Funktionen der Gebäudeautomation wird es vielmehr unterschiedliche Bedienpunkte geben, denen allen gemeinsam ist, dass sie möglichst intuitiv zu bedienen sein sollten. Und wir bei Hager sind prädestiniert, sie dem Kunden zu geben.

Warum ist das so?

Weil wir als Komplettanbieter von der Technikzentrale über die Türkommunikation, Alarmsysteme und Heizungssteuerung bis zu den Lichtschaltern alle Komponenten einer intelligenten, intuitiven Gebäudesteuerung gestalten. Unsere Lösungen sind daher für unsere Partner aus dem Elektrohandwerk einfach zu installieren und für den Nutzer simpel zu bedienen. Diese easy to install & easy to use-Designphilosophie wird sich künftig in all unseren Produkten und Lösungen wiederfinden. Sie bilden die unverwechselbare DNA der Hager Group.

Worin zeigt sich diese DNA konkret?

Es beginnt mit einer konsequent einfachen Installation, die dem Elektrotechniker viel Zeit und damit Geld spart. Es geht weiter mit unseren klar definierten Installationshöhen, die sich nach Funktion und Nutzung richten. Bedienelemente mit Anzeigefunktion beispielsweise sollten grundsätzlich in Augenhöhe positioniert werden, damit sich niemand mehr zu bücken braucht, um die Aufschrift eines Mehrfach-Tastsensors zu entziffern. Und last but not least werden wir auch die Bedienung der Geräte selbst vereinfachen.

… was umso wichtiger ist, als die zu bedienende Technik immer komplexer wird.

So ist es. Wir setzen daher auf intuitive Bedienkonzepte, deren Hierarchien wir nach den Prioritäten der Nutzer gliedern. Dabei gelangt man durch einfaches Sliden von Primär- zu Sekundärfunktionen, und genauso wieder zurück. Dazu kombinieren wir die Vorteile kapazitiver Bedienelemente mit den haptischen Rückmeldungen mechanischer Taster, bei reinen Displaygeräten setzen wir auf neueste Touch-Technologien. Einiges davon zeigen wir im Innovations-Forum im Herzen unseres Messestandes, wo es neben energieeffizienten Lösungen vor allem um intuitive und einfache Bedienkonzepte gehen wird.

Zurück zu den neuen Funktionen: Finden Sie es nicht sehr ambitioniert, Kunden bei einem seit mehr als 100 Jahre gelernten Produkt neue Funktionen nahebringen zu wollen? Schon der legendäre General Motors-Entwickler Charles Kettering wusste, dass Menschen „sehr offen für neue Dinge sind – solange sie nur genau den alten gleichen.“

Zu Ketterings Zeiten, also vor mehr als 60 Jahren, mag das noch gestimmt haben. Heute sehen wir, wie offen Menschen für neue Funktionen und Produkte sind, sofern sie ihre ausgesprochenen oder stillen Wünsche passgenau erfüllen. Schauen Sie sich nur an, wie schnell das einst belächelte Internet und Smartphones unseren Alltag erobert haben. Wir sollten die Flexibilität und Offenheit unserer Kunden nicht unterschätzen, sondern ihnen vielmehr genauer zuhören. Dann kommt man zu Lösungen, die ebenso sexy wie erfolgreich sind.

Ein Beispiel: Als vor einem runden Dutzend Jahren die ersten Unterputz-Radios vorgestellt wurden, wurden sie noch von vielen belächelt. Heute hat sie jeder Schalterhersteller im Sortiment. Ganz ähnlich wird es – da gehe ich jede Wette ein – eines Tages auch vielen jener neuen Funktionen gehen, die wir auf der Light + Building 2014 präsentiert haben.

Homepage: www.berker.de

Quelle: PresseBox

 
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