22. April 2014  |  Breaking NewsInterior

Möbelkauf: Europäer legen großen Wert auf direktes Erleben (Europäische Studie)

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- 31 Prozent planen, 2014 vermehrt Möbel und Dekorationsgegenstände zu erwerben
- 75 Prozent der Verbraucher wollen Möbel vor Ort sehen und ausprobieren
- Wird online gekauft, dann vor allem über die Websites von Fachhändlern

Europas Verbraucher legen beim Kauf von Möbeln und Dekorationsartikel nach wie vor Wert auf das persönliche “Erfahren” der Produkte im stationären Handel. Dies bestätigt das Europa Konsumbarometer 2014, eine Studie der Commerz Finanz GmbH (http://www.europa-konsumbarometer.de). 17 Prozent der Konsumenten erstehen ihre Möbel über das Internet. Doch für einen Großteil (75 %) kommt dies nach wie vor nicht infrage. “Das fehlende direkte Erleben von Farben und Stoffen ist für viele Verbraucher ein Grund, ihre Möbel nicht im Internet zu erwerben”, so Dr. Anja Wenk, Bereichsleiterin Vertriebsmanagement der Commerz Finanz GmbH. “Bei Einrichtungsgegenständen sind oftmals der individuelle Geschmack und eigene Eindruck vom Produkt vor Ort entscheidend. Künftig geht es vermehrt darum, Haptik und Optik von Produkten zu inszenieren. Zukunftsweisend sind ergänzende digitale Zusatzleistungen im Geschäft. Augmented-Reality-Anwendungen erweitern das Ladenlokal – räumliche Einschränkungen, wie eine begrenzte Lagerfläche, entfallen.” Im Fokus der diesjährigen Studie steht die Verknüpfung von digitalen und stationären Verkaufskanälen. Die Europäer erwarten einen nahtlosen Übergang beider Welten, verbunden mit einem personalisierten und interaktiven Service am stationären Point of Sale.

Online-Fachhändler gefragt

36 Prozent der Deutschen und 31 Prozent der Europäer planen, im laufenden Jahr einen Einrichtungsgegenstand zu kaufen. Damit belegen Möbel den vierten Platz auf der Anschaffungsliste – noch vor den Smartphones. Online erwarben zuletzt 22 Prozent der Deutschen ein Möbelstück (Europa: 17 %). Fast jeder Dritte (31 %) nutzte dafür die Website eines Fachhändlers. Im Gegensatz zu anderen Branchen werden diese Artikel im Netz vermehrt gebraucht (22 %) oder per Gruppenkauf bestellt (18 %). Gerade im Möbelsektor ist das direkte haptische Erleben der Produkte für die finale Entscheidung wesentlich. Die Kunden wollen die Ware sehen, anfassen, ausprobieren. Aus diesem Grund bestellen 75 Prozent der Verbraucher nicht im Internet – hier liegt die Branche an der Spitze. Somit sind für die europäischen Verbraucher lokale Geschäfte weiterhin die erste Wahl. 39 Prozent der Deutschen glauben aber, dass der Beratungsbedarf vor Ort in Zukunft sinken wird (Europa: 31 %).

Auch bei den Möbeln zeigt sich, dass die Europäer einen fließenden Übergang von On- und Offline wünschen. So erwerben 40 Prozent ihr Produkt im stationären Handel, nachdem sie sich vorher im Internet informiert haben. Umgekehrt lassen sich nur neun Prozent der Kunden im Laden beraten, um anschließend im Internet zu kaufen (Showrooming). Die fortschreitende Digitalisierung ist gerade bei Artikeln Erfolg versprechend, die eine große Ausstellungsfläche benötigen. Kleinere Möbelgeschäfte können die Vorzüge der virtuellen Einkaufswelt beispielsweise durch eine digitale Erweiterung (Medienstationen, digitale Produktregale) des Angebots sinnvoll einsetzen.

Integration virtueller und realer Einkaufserlebnisse als Trend der Zukunft

Der europäische Konsument: zuversichtlich und mobil

Nach Jahren der Krise spüren die Europäer einen leichten Aufschwung. Vier von zehn Verbrauchern (40 %) wollen im kommenden Jahr mehr ausgeben und weniger Geld auf die hohe Kante legen. Neben Reisen und Freizeitartikeln sind auch Smartphones und Tablets beliebt. Viele Europäer besitzen bereits verschiedene internetfähige Geräte und nutzen unterschiedliche Einkaufskanäle parallel. Vor allem das Smartphone ist ein wichtiger Kanal zur Kundenansprache. Als moderner Kompass ist es vor und beim Einkaufen kaum mehr wegzudenken. Auch in den Verkaufsräumen selbst wird gesurft: Gefragt sind vor allem ergänzende Produktinformationen und Preisvergleiche. Für die Bestellung nutzen die meisten Verbraucher noch den stationären PC oder einen Laptop.

Stationärer Handel bleibt trotz starken E-Commerce beständig

37 Prozent der Europäer planen, noch häufiger online einzukaufen. Dennoch setzen sie weiterhin auf lokale Ladengeschäfte. So haben 70 Prozent ihr letztes HiFi- oder Elektrogerät vor Ort gekauft. Gut jeder Zehnte (11 %) möchte den stationären Handel vermehrt nutzen, 43 Prozent der Verbraucher wollen weiterhin überwiegend oder ausschließlich in Geschäften einkaufen. Dort schätzen sieben von zehn Konsumenten vor allem die Information und Beratung durch den Verkäufer. Für den Kauf im Ladenlokal sprechen außerdem das haptische Erleben der Produkte und die Möglichkeit, die Ware direkt mitzunehmen. Denn jedem vierten Europäer sind die Lieferzeiten beim Internetshopping zu lang. Jeder Zweite (53 %) begrüßt die Möglichkeit, einen Beratungstermin zu vereinbaren. Eine fachmännische Einführung in gekaufte Geräte ist ebenfalls beliebt (77 %).

Aus zwei mach eins

Die Europäer erwarten vom stationären Handel eine zeitgemäße Anpassung an die eigene digitale Mobilität. Für 62 Prozent spielt die Qualität der Website oder App eine große Rolle. Außerdem suchen sieben von zehn Kunden online nach Sonderangeboten und Rabattgutscheinen. So ist der Internetauftritt oft das Eingangstor zum lokalen Geschäft. Die digitale Flexibilität fragen die Verbraucher auch direkt im Geschäft nach. Möglich wird dies durch die Ausstattung mit Tablets sowie die Installation interaktiver Medienstationen. Über zwei Drittel der Konsumenten (71 %) erwarten im Verkaufsraum die gleiche Artikelvielfalt wie im Internet. Im modernen Digital-in-Store sollen virtuelle Informationspunkte und kassenfreie Bezahlmethoden sowie lokalisierende Apps für einen effektiven und bequemen Einkauf sorgen. An den Medienstationen schätzen die Europäer vor allem das Abrufen von Produktinformationen (75 %), gefolgt von der digitalen Bestellmöglichkeit (71 %). Auch hier ist das Smartphone wegweisend: Kassenfreies Bezahlen mit dem Smartphone empfinden 37 Prozent der Verbraucher als nützlich. 23 Prozent scannen bereits QR- und Barcodes, und 58 Prozent möchten in den Verkaufsräumen Sonderangebote auf ihrem Smartphone erhalten. Eine App, die im richtigen Moment gezielt auf spezielle Angebote hinweist, kann Impulskäufe auslösen. “Zukünftig wird es immer seltener möglich, im Handel von reinen Online- und Offline-Welten zu sprechen. Beides verschmilzt zu “No-line”-Systemen, in denen die Betriebsformen ineinander übergehen”, kommentiert Professor Dr. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb-Research-Centers der Hochschule Niederrhein. “Eine Schlüsselrolle spielt dabei zweifelsohne das mobile Internet. Damit wird der simultane Kauf auf allen Kanälen am konsequentesten möglich, und zwar mit dem Smartphone im Laden.”

Individualität und Erlebnis

Die Schnelligkeit, die die Europäer vom Internet kennen, fordern sie auch im traditionellen Handel. Der Aufwand, ein lokales Geschäft aufzusuchen, muss sich lohnen. Händler können durch Angebote, wie die Möglichkeit zur Rückgabe gebrauchter Artikel (79 %) oder die persönliche Gestaltung von Produkten (64 %), Anreize schaffen, um Kunden gezielt zum Ladenbesuch zu veranlassen. Generell erwarten die Europäer ein individualisiertes Einkaufserlebnis. Reservierbare Kundenparkplätze (61 %), gesonderte Drive-in-Abholstationen (73 %) sowie Kinderbetreuungs- (57 %) und Freizeitangebote (47 %) sorgen für Kaufimpulse und Frequenz. Einkaufen darf künftig auch unterhaltsam und originell sein – solange der Mehrwert für den Kunden deutlich wird. Nicht alle Technikspielereien sind jedoch erwünscht. Entscheidend ist der Nutzen digitaler Innovationen. Zeitgemäße Konzepte zur Kundenansprache sollten nicht nur schnell, günstig und bequem sein, sondern auch Trends wie Nachhaltigkeit und Personalisierung aufgreifen.

Homepage: http://www.commerzfinanz.com

Quelle: garten.pr-gateway

 
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