22. April 2014  |  AllgemeinBreaking News

Energetische Erneuerung mit Mehrfachnutzen

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Südbadischer Altbau sorgfältig saniert

Der rundum sanierte Altbau der vierköpfigen Familie Rausenberger beweist, dass Energieeffizienz günstiger sein kann, als das Leben im energetisch unsanierten Gebäude – und weitaus komfortabler.

Eine hohe Wohnqualität und weniger Energieverbrauch waren Julia und Volker Rausenberger besonders wichtig, als sie sich für die Sanierung ihres Altbaus entschieden. In Heitersheim hatte die Familie 2009 ein schönes, aber in die Jahre gekommenes Haus gekauft. Sie wollten von der Stadt Freiburg aufs Land ziehen. “Unser erster Sohn war bereits ein Jahr auf der Welt”, sagt Julia Rausenberger. “Auch beruflich passte die Malteserstadt gut in unsere Planungen.”

Bevor sie umzogen, ließen die heute 34-jährige Mathematikerin und der 45-jährige Musikschullehrer das Haus von Grund auf sanieren. Das neue Domizil, 1925 gebaut, war damals 85 Jahre alt und verwohnt. Jahrzehnte wurde nichts energetisch gemacht. “Allein die Heizung stammte von 1965, die älteste in der gesamten Region”, so Volker Rausenberger. Eine Dämmung von Fassade und Dach fehlte außerdem. Der Energiebedarf war entsprechend groß, um nicht zu sagen: astronomisch hoch.

Also nichts wie erneuern, dachten sich die Rausenbergers und wurden aktiv. Nach einer Recherche wandten sie sich an den Energieberater und Architekten Joachim Fürst aus Freiburg. “Als qualifizierter Energieberater untersucht er Häuser vom Keller bis unter das Dach und schlägt ein sinnvolles Vorgehen bei der Sanierung vor”, erklärt Petra Hegen vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. “Die Beratung wird finanziell unterstützt und verhindert Fehlentscheidungen.”

Von Grund auf saniert: Neue Energietechnik und Grundrissveränderungen

Der Energieexperte entwickelte einen Vorschlag und überzeugte die Rausenbergers. Neun Monate nach dem Sanierungsstart war es dann soweit: Im Januar 2011 konnte die Sanierung abgeschlossen werden. Mit dem Ergebnis, einem KfW Effizienzhaus 85, sind die Bauherren überaus zufrieden. Benötigte das Gebäude vor den Arbeiten 361 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, sind es jetzt 83 Kilowattstunden. “Das ist eine Reduktion von 77 Prozent und ein sehr guter Wert für einen sanierten Altbau”, bestätigt Petra Hegen von Zukunft Altbau.

Die Senkung des Energiebedarfs kommt vor allem dadurch zustande, dass Fürst und Kollegen die Kellerdecke, die Fassade und das Dach warm einpackten. Weitere Gründe sind neue Wärmeschutzfenster und Türen. Das hat zur Folge, dass nicht mehr soviel Heizwärme das Haus verlässt. Auch im Sommer lohnt es sich übrigens. Die Hitze dringt so weniger in das Gebäude. Die noch nötige Wärme liefert eine Holzpelletanlage in Verbindung mit einer Solarthermieanlage weitaus effizienter als früher.

Gelohnt hat sich die Sanierung auch wegen des hinzugewonnenen Komforts: Der kalte Boden im Erdgeschoss, die klammen Wände und die zugigen Fenster gehören der Vergangenheit an. Die Straßengeräusche sind wegen des erhöhten Schallschutzes nicht mehr zu hören. Für mehr Großzügigkeit in der Wohnung hat die Familie außerdem ein Bad vergrößert, zwei Wände für einen anderen Küchenzuschnitt und für einen zweiten Kücheneingang entfernt sowie eine Dusche barrierefrei umgestaltet.

Finanziell war die Sanierung ein voller Gewinn: Die gesamten Mehrkosten für die Energiesparmaßnahmen betrugen rund 144.000 Euro. Gut 26.000 Euro deckten die Zuschüsse der Förderbank KfW und der BAFA ab. Die berechneten Energiekosten – ohne die Einsparung der Solarwärme – sanken pro Jahr von 5.430 auf 890 Euro, nimmt man die Preise aus dem Jahr 2013 als Grundlage. Geht man von einer moderaten Energiepreissteigerung von vier Prozent pro Jahr aus, hat sich die Investition nach 20 Jahren bezahlt gemacht. Auf die Lebensdauer der Sanierung berechnet, das sind rund 30 Jahre, sparen die Rausenbergers mehrere zehntausend Euro. Der größte Vorteil, der enorme Komfortgewinn, dagegen ist unbezahlbar. “Vor die Wahl gestellt: Wir würden alles wieder genauso machen”, so Volker Rausenberger.

Infokasten Zukunft Altbau

Informationen zur energetischen Altbausanierung und Energieberatern aus der Region gibt es beim Landesprogramm Zukunft Altbau des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unter dem gebührenfreien Beratungstelefon 08000 12 33 33 und www.zukunftaltbau.de. Aktuelle Informationen zur energetischen Sanierung von älteren Wohnhäusern gibt es auch auf www.facebook.com/ZukunftAltbau.

ÜBER ZUKUNFT ALTBAU

Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer neutral über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten. Das Programm des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat seinen Sitz in Stuttgart und wird von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg umgesetzt.

Quelle: lifepr

 
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