7. Oktober 2009  |  Heizung + EnergieWand + Dach

Energie sparen durch effiziente Wärmedämmung (WR 4/2009)

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Fast 80 Prozent der in den Haushalten benötigten Energie wird durch das Heizen verbraucht. Hauptursache hierfür ist die immer noch unzureichende Dämmung von Dach, Wänden, Boden und Fenstern.

Wer ernsthaft und richtig Energie sparen möchte muss für eine effiziente Dämmung der Außenhaut seines Hauses sorgen. Eine gute Dämmung spart Energie-Kosten, schützt die Bausubstanz, verbessert das Raumklima und steigert somit den Wert der Immobilie. Vom gesamten Energiebedarf des Hauses werden rund 70 Prozent nur für das Heizen der Räume verbraucht. Hier kann man kräftig sparen!

Es gibt viele Möglichkeiten in Ihrem Haus Energie zu sparen. Die wichtigste ist die gute bzw. ausreichende Dämmung der umschließenden Flächen, wie Dach, Außenwände, Türen und Fenster, Decken und Böden. Der höchste Wärmeverlust – etwa 50% – entsteht durch nicht ausreichend gedämmte Außenwände, danach folgen Fenster und Türen mit rund 25%, sowie das Dach mit 15%. Neubauten müssen ohnehin den Vorgaben der Engergiesparverordnung (EnEV) genügen, doch wie kann man bei bestehenden Gebäuden wirksam dämmen, um Energiekosten und Umweltbelastung merklich zu reduzieren und den Wohnkomfort durch behagliches Wohnklima über alle Jahreszeiten hinweg zu verbessern?

Zunächst sollten die oben beschriebenen Wärmeverlustflächen vom Fachmann unter die Lupe genommen werden. Gleichfalls sollte die Heizungsanlage im Hinblick auf ihren Zustand und möglicher Sanierungsmassnahmen untersucht werden. Beide Maßnahmen sollten parallel erfolgen, damit etwaige Maßnahmen abgestimmt erfolgen können und letztlich Geld gespart wird.

Außenwände

Spätestens bei der Sanierung der Außenwände, z.B. beim Beschluss zu einem Neuanstrich, sollte die Möglichkeit der Dämmungsverbesserung geprüft werden. Durch diese Maßnahme senken Sie die Heizkosten durch Erhöhung der Raumtemperatur im Inneren (weniger Kälte kommt rein = weniger Heizungsbedarf) erheblich. Zusätzlich vermeiden Sie die Schimmelbildung, die in kalten Wänden Ihren Ursprung hat. Im Sommer verhindert die Wanddämmung das Eindringen der Wärme und sorgt für angenehme Wohnraumtemperatur.

Fazit: gute Dämmung sorgt für ganzjährig angenehme Temperaturen und hilft Kosten zu senken.

Für die Dämmung der Außenwände gibt es prinzipiell folgende Alternativen:

Wärmedämm-Verbundsysten/Thermohaut: direkt auf dem Außenputz angebrachte Dämmplatten

hinterlüftete Vorhangfassade: auf einer Unterkonstruktion, die auf dem Außenputz befestigt wird, werden Platten als Verkleidung angebracht. Zwischen Wand und Platte wird das Dämmaterial angebracht, wobei zur Abführung von Feuchtigkeit eine Belüftungsschicht belassen wird.

Kerndämmung: bei zweischaliger Bauweise wird der Dämmstoff in den Zwischenraum eingeblasen. Auch hier muss auf die Wasserdampf-Diffusion geachtet werden um mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

Wo keine Dämmung von außen angebracht werden kann, z.B. bei denkmalgeschützten Gebäuden, erfolgt eine Innendämmung.

Dach

Hierbei ist die Dämmung des Daches von besonderer Wichtigkeit. Zum Einen macht das Dach etwa 50 Prozent der Gebäudeaußenhaut aus, und zum Anderen ist es wegen seiner exponierten Lage Temperatur- und Witterungseinflüssen besonders stark ausgesetzt ist. Im Winter bitter-kalt – im Sommer glühend-heiß! Richtige Dämmung sorgt ganzjährig für angenehmes Wohnklima.

Quelle: KfW

Hier gehen wir davon aus, dass der Dachboden beheizt wird und zu Wohnzwecken genutzt wird. Generell gibt es baulich drei Dämmmöglichkeiten:

die Dämmung zwischen den Sparren (Zwischesparrdämmung) ist die gängigste, weil platzsparend. Hierbei ist auf geeignete Wärmebrücken auf den Sparren zu achten, da sonst Wärme über die Sparren entweichen kann.

Eine Dämmung unter den Sparren (Untersparrdämmung) hilft dieses Problem entweder als zusätzliche Dämmung oder als einzige Lösung zu verhindern.

Bei kompletter Dachsanierung, z.B. bei Neueindeckung ist eine Dämmung auf den Sparren (von außen = Aufsparrdämmung)möglich. Auch hier ergibt sich der Vorteil der Vermeidung von Wärmebrücken.

Kellerdecke

Bei nicht beheizten Kellerräumen ist eine Dämmung der Kellerdecke sinn- und wertvoll. Über die ungedämmte Kellerdecke entweicht die Wärme aus den darüberliegenden Räumen. Werden die Kellerräume beheizt, so empfiehlt sich die Dämmung von Boden und Wänden. Bei der Gelegenheit sollte die Isolierung der Heizungs- und Warmwasserrohre überprüft und ggf. nachgeholt werden, um den Wärmeverlust zu verhindern.

Fenster

Nicht ausreichend isolierte Fenster führen zu ¼ des Wärmeverlustes. Durch den Einsatz von modernen Isolierfenstern erreicht man, diesen Wärmeverlust auf bis zu 1/3 zu reduzieren – wobei beides, die Dämmfähigkeit der Gläser und des Fensterrahmens zu beachten ist. Zudem sorgen diese für zusätzlichen verbesserten Lärmschutz. Neben dem Austausch der Fenster gilt es die Dämmung der Rollläden zu überprüfen. Achten Sie hierbei auf die notwendige Wärme- und Lärmdämmung, sowie auch auf die durch geeignete Rollläden erhöhte Sicherheit gegen Einbruch.

Trotz aller Dämmung darf das aktive und bewusste Lüftung der Räume zur Verbesserung des Wohnklimas und Lufthygiene nicht außer Acht gelassen werden. Je besser die Immobilie gedämmt ist, umso wichtiger ist die richtige und ausreichende Belüftung! Nicht ausreichende Belüftung führt zu Feuchtigkeitskondesation an kalten Flächen, verschlechtertem Raumklima und sogar zu Schimmelbildung. Beim Lüften geht es nicht darum, den ganzen Tag die warme (und teure!) Wohnraumluft nach außen entweichen zu lassen, sondern tagsüber alle 3 bis 4 Stunden für etwa ¼ Stunde die Fenster – bei abgedrehter Heizung – zu öffnen und für Durchzug zu sorgen.

Dämmstoffe

Als Dämmmaterialien spielen Naturdämmstoffe, wie z.B. Zelluloseflocken und Hartfaserdämmplatten wegen ihrer Wasserdampfdurchlässigkeit und feuchtigkeitsregulierenden Wirkung eine zunehmende Rolle.

Da Feuchtigkeit nicht nur in der Außenluft, sondern auch innen vorhanden ist, sollte bei der Dämmung tunlichst darauf geachtet werden, dass diese nicht ins Dach oder Mauerwerk eindringt. Dieses würde nicht nur die Dämmung schädigen, sondern auch die befallenen Bauteile. Oft ist Schimmelbefall eine weitere Folge. Hier hilft der Fachmann mit seinem guten Rat und qualifizierter Tat.

Der Staat unterstützt effiziente Dämmaßnahmen. Je höher die erreichte Dämmleistung ist, desto höher fällt die Förderung aus.

 

 
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